Zehn Mannschaften waren der Einladung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) gefolgt, die den traditionsreichen Wettbewerb in diesem Jahr ausrichtete. Seit Jahrzehnten bringt das Turnier Messegesellschaften aus Europa zusammen. Längst geht es dabei um weit mehr als Tabellen und Pokale: Es ist ein Wiedersehen unter Kolleginnen und Kollegen, ein Ort für Austausch, internationale Begegnungen und sportlichen Ehrgeiz, verbunden durch die Erkenntnis, dass sich Netzwerke manchmal ebenso gut auf dem Fußballplatz knüpfen lassen wie in Messehallen.
Hitzewelle diktiert den Spielplan
Schon bei der Gruppenauslosung am Freitagabend, 26. Juni, zeichnete sich ab, dass dieses Turnier besondere Bedingungen bereithalten würde. Temperaturen von über 40 Grad machten kurzfristiges Umdenken erforderlich. Gespielt wurde deshalb nicht wie gewohnt auf Großfeld, sondern im Modus neun gegen neun auf Kleinfeld, die Spielzeit verkürzte sich auf zweimal sieben Minuten.
Das durchdachte Hitzekonzept mit zusätzlichen Trinkpausen sowie kostenfreiem Zugang zum benachbarten Freibad erwies sich dabei als ebenso pragmatisch wie wirkungsvoll und sorgte dafür, dass alle Mannschaften den Turniertag gut überstanden.
Viel Spielkontrolle, wenig Ertrag
Zum Auftakt ging es gegen die NürnbergMesse. Unsere Mannschaft kontrollierte über weite Strecken das Spiel, erspielte sich ein klares Chancenplus und ließ defensiv kaum etwas zu. Die Nürnberger verteidigten jedoch leidenschaftlich und nahmen ein torloses 0:0 mit. Es war eines jener Spiele, in denen sich Engagement, Laufbereitschaft und Kampfgeist nicht im Resultat widerspiegelten.
Auch gegen die traditionell starke Deutsche Messe Hannover präsentierte sich die Mannschaft spielerisch auf Augenhöhe. Gelungene Ballstafetten und lange Ballbesitzphasen standen allerdings zwei konsequent ausgespielten Kontern gegenüber, die Hannover zu einem 2:0-Erfolg nutzte.
Damit war klar: In den verbleibenden beiden Gruppenspielen musste gepunktet werden, um das Halbfinale noch zu erreichen.
Ein Premierentreffer und ein besonderes Debüt
Im dritten Gruppenspiel gegen das All-Star-Team des Messe Cups gelang schließlich der verdiente Befreiungsschlag. Der 1:0-Erfolg war weniger spektakulär als wichtig. Nach einer Standardsituation verwertete Nico Artelt eine Vorlage von Christopher Gerz zur Führung und hielt die Hoffnung auf das Halbfinale am Leben.
Die Partie markierte zugleich einen besonderen Moment für die BSG-Fußball: Mit Marie Hornig stand erstmals seit dem Wiedereinstieg der Messe Frankfurt in das internationale Messestädte-Fußballturnier nach der Pandemie wieder eine Spielerin im Aufgebot. Die BSG freut sich ausdrücklich über weitere fußballbegeisterte Kolleginnen, die das Team künftig verstärken möchten.
Unterstützung erhielt die Mannschaft auch von den Rängen. Trotz der hochsommerlichen Temperaturen waren bereits am frühen Morgen Fans aus Frankfurt angereist. Mit Trommeln, Plakaten und lautstarken Anfeuerungsrufen sorgten sie für zusätzliche Energie.
Vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Gastgeber DLG war die Ausgangslage eindeutig: Nur ein Sieg würde den Weg ins Halbfinale ebnen.
Ein Tor fehlte
Erneut sprach vieles für die Messe Frankfurt. Über weite Strecken bestimmte sie das Spiel, erspielte sich mehrere gute Möglichkeiten und ließ defensiv wenig zu. Die DLG verteidigte jedoch diszipliniert und hielt das torlose Unentschieden bis zum Schlusspfiff.
Am Ende fehlte genau ein Treffer zum Einzug unter die letzten vier Mannschaften. Die Halbfinalpartien wurden aufgrund der anhaltenden Hitze unmittelbar im Neunmeterschießen entschieden. Dabei mussten sich ausgerechnet Gastgeber DLG und die Messe Berlin verabschieden.
Ein würdiger Sieger, ein überzeugender Gastgeber
Im Finale setzte sich, wie bereits im Vorjahr, die Fiera Milano gegen die Deutsche Messe Hannover durch und verteidigte ihren Titel erfolgreich.
Ebenso nachhaltig in Erinnerung blieb die Organisation des Turniers. Mit einem flexibel angepassten Hitzekonzept, hervorragend vorbereiteten Sportanlagen, kostenfreiem Freibadzugang und einer stimmungsvollen Abendveranstaltung zwischen historischen Landmaschinen präsentierte sich die DLG als Gastgeberin, die sportlichen Wettbewerb und kollegiale Begegnung auf bemerkenswerte Weise miteinander verband
Vorfreude auf Hannover
Auch wenn das Halbfinale denkbar knapp verpasst wurde, fällt das sportliche Fazit positiv aus. Die Mannschaft der Messe Frankfurt überzeugte über weite Strecken spielerisch, kassierte im gesamten Turnier lediglich zwei Gegentreffer und präsentierte sich im Jubiläumsjahr ihres 40-jährigen Bestehens als geschlossene Einheit. Vieles passte, lediglich die Tore fielen etwas zu selten.
Die nächste Gelegenheit bietet sich bereits vom 18. bis 20. Juni 2027. Dann richtet die Deutsche Messe das nächste internationale Messestädte-Fußballturnier aus. Die Vorfreude hat in Groß-Umstadt bereits begonnen. Neue Spieler*innen und Fans sind auf dem Weg nach Hannover herzlich willkommen.