„Die Messe Frankfurt behauptet ihre Position als eine der weltweit führenden Veranstalterinnen von Messen, Kongressen und anderen Events mit einem breiten internationalen Veranstaltungsportfolio“, lautet das Fazit von Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, heute auf der Unternehmenspressekonferenz. „Unsere Unternehmensgruppe steht wirtschaftlich solide da und bleibt mit ihrem Geschäftsmodell auch in herausfordernden Zeiten handlungsfähig.“ Gleichzeitig wies Marzin darauf hin, dass die aktuellen Prognosen für das laufende Geschäftsjahr deutlich machten, dass sich die Rahmenbedingungen spürbar verändert haben. „Messen sind immer auch ein Spiegelbild der Wirtschaft. Angesichts der Eskalation von Krisen und Konflikten weltweit und der sich abschwächenden Wirtschaft in Deutschland und der EU wirkt sich dies auch auf unsere Leitmessen aus“, ergänzte er.
Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt, hob hervor, dass Leitmessen gerade in einer Phase wirtschaftlicher Herausforderungen für Kund*innen der Messe Frankfurt ein verlässlicher Marktpartner seien, der das internationale Angebot mit der weltweiten Nachfrage zusammenbringe. „Unsere starken Marken schaffen Orientierung – gerade dann, wenn Märkte unter Druck stehen. Auch die hohen Zufriedenheitswerte von Besucher*innen auf unseren Frankfurter Leitmessen im laufenden Geschäftsjahr sind ein starkes Zeichen für unser Geschäftsprinzip der persönlichen Begegnung. Ergänzend dazu verlängern wir den Nutzen unserer Messen mit digitalen Touchpoints entlang der gesamten Customer Journey.“
Geschäftsjahr 2025: solides Ergebnis, stärkere Finanzstruktur
Mit einem Umsatz von rund 766 Millionen Euro lag die Messe Frankfurt 2025 auf sehr hohem Niveau (2024: 775 Mio. Euro). Davon wurden rund 398 Millionen Euro im Inland (2024: rund 432 Mio. Euro) und rund 368 Millionen Euro im Ausland (2024: rund 343 Mio. Euro) erwirtschaftet. Der Auslandsanteil am Konzernumsatz stieg damit auf 48 Prozent und unterstreicht die Bedeutung der internationalen Aufstellung für die Widerstandsfähigkeit der Unternehmensgruppe. Die ausländischen Tochtergesellschaften entwickelten sich erfreulich und erzielten vor Konsolidierung ein Jahresergebnis von 71,4 Millionen Euro nach 53,8 Millionen Euro im Vorjahr.
Auch die Bilanzqualität hat sich weiter verbessert. Das Eigenkapital stieg auf 649,3 Millionen Euro. Durch die Tilgung langfristiger Darlehen in Höhe von 125,9 Millionen Euro verringerte sich die Gesamtverschuldung auf 460 Millionen Euro. Der Verschuldungsgrad sank von rund 100 Prozent auf 71 Prozent, die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf rund 52 Prozent. Damit bleibt die Messe Frankfurt finanziell flexibel und auch für mögliche Krisenszenarien nachhaltig handlungsfähig.
Weltweit fanden 2025 unter dem Dach der Messe Frankfurt 349 Veranstaltungen statt mit 4,8 Millionen Besucher*innen, darunter 151 eigene Messen und Gastveranstaltungen mit rund vier Millionen Besucher*innen – ein erfreuliches Wachstum verglichen zum Vorjahr mit 3,9 Millionen Messegästen. Wachstumstreiber waren hier insbesondere der asiatische Teilkonzern mit den Standorten Indien, China, Japan und Korea sowie der Standort Dubai.
Investitionen in Digitalisierung, Gelände und Nachhaltigkeit
Transformation und Investitionen bleiben zentrale Hebel für die Leistungsfähigkeit des Konzerns. 2025 investierte die Messe Frankfurt rund 80 Millionen Euro, davon rund 45 Millionen Euro in immaterielle Projekte wie das Programm Progress. „Mit Progress modernisiert die Unternehmensgruppe ihre digitale Infrastruktur grundlegend und schafft die Voraussetzungen für effizientere Prozesse, bessere Services und neue digitale Angebote“, betonte Marzin. Am Heimatstandort Frankfurt werden die Investitionen auch baulich sichtbar: Der neue Messeeingang an der Europa-Allee wird zur Automechanika im September offiziell eröffnet, die Mitnutzung des Sparda-Bank Towers und die Erweiterung der Via Mobile vom neuen Eingang bis zur Halle 12 verbessern Orientierung, Wegeführung und Aufenthaltsqualität.
Nachhaltigkeit ist neben Wachstum, Wirtschaftlichkeit und Wirtschaftsförderung ein weiteres wichtiges Konzernziel. Obwohl die Nachhaltigkeitsberichterstattung erst ab 2028 verbindlich wird, erweitert die Messe Frankfurt ihre Berichterstattung bereits freiwillig. Zur Unternehmenspressekonferenz legt der Konzern erstmals einen Integrierten Bericht vor, der den Geschäftsbericht mit dem Nachhaltigkeitsbericht der Messe Frankfurt vereint.
Ausblick 2026/27: starke Marken und Wachstum im Ausland
„Das erste Halbjahr 2026 bestätigt die hohe Relevanz unserer Frankfurter Leitmessen als unverzichtbare Plattformen für Austausch, Innovation und Geschäftsanbahnung – für unsere Kundinnen und Kunden weltweit und für den Wirtschaftsstandort Frankfurt RheinMain“, bilanzierte Marzin. Light + Building sowie Techtextil und Texprocess erreichten jeweils eine Besucherzufriedenheit von 95 Prozent; zugleich wurde die Besucherqualität von Ausstellerseite besonders positiv bewertet. Auch Heimtextil und Nordstil bewiesen ihre Stabilität in einem volatilen Marktumfeld und das Messetrio Ambiente, Christmasworld und Creativeworld bekräftigte seine Vorreiterrolle in einer Branche im Wandel. Die Eurobike startet mit einem kompakteren, fokussierteren und wirtschaftlicheren Format.
Im Gastveranstaltungsgeschäft bleibt Frankfurt ebenfalls stark: Für 2026 sind 216 Veranstaltungen gebucht, darunter die Frankfurter Buchmesse, CPhI, IMEX mit einer Vertragsverlängerung bis 2030, die Tech Show Frankfurt und die erstmals auf dem Frankfurter Messegelände stattfindende Routes World. Ein besonderes Highlight wird die Weltmeisterschaft der Rhythmischen Sportgymnastik im August in der Festhalle sein.
Weltweit sind im laufenden Geschäftsjahr 359 Veranstaltungen inklusive Kongresse Events und German Pavilions geplant; und bis 2027 sind bislang 20 neue Messen vorgesehen.
„Unser internationales Portfolio entwickelt sich über alle Industry Cluster hinweg positiv und sorgt für Wachstumsimpulse“, sagte Braun. Beispiele hierfür sind die Intertextile Shanghai Home Textiles mit Rekordbeteiligung, die Beautyworld Japan mit höheren Besucher*innenzahlen, ACMA Automechanika New Delhi mit starker internationaler Beteiligung sowie ISH China & CIHE im 30. Jahr ihres Bestehens.
Als neue Veranstaltungen im Textil- und Konsumgüterbereich nannte Braun die Val:ue Milan, ein neues Messe-Format für hochwertige Bekleidungstextilien, das vom 3. bis 5. Februar 2027 Premiere feiert, sowie den erstmals vom 10. bis 11. Mai 2027 in Frankreich veranstalteten Beautyworld Summit in Grasse, mit dem die Messe Frankfurt ihren Beautyworld-Brand weiter ausbaut. In Indien wird das Portfolio durch neue Kooperationen erweitert. So wird beispielsweise die Media Expo künftig an fünf Standorten vertreten sein, während die Automechanika mit der Premiere in Jakarta vom 24. bis 27. September 2026 nun in 16 Ländern weltweit präsent ist.
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