Einen Pullover zu kaufen kommt für Franziska Markmann, die als Referentin Consumer Goods Fairs Content für die Creativeworld arbeitet, seit zweieinhalb Jahren nicht mehr in Frage. Seitdem strickt sie in jeder freien Minute einen Pulli nach dem anderen. Auf insgesamt 15 hat sie es so im letzten Jahr gebracht. „Ich stricke wie besessen; auch im Sommer in meinem Garten“, beschreibt sie die Leidenschaft für ihr Hobby.
Was ihre Pullis so besonders macht, sind die auffälligen strahlenden Farben. „Ich mag klare, satte Farben; matte stehen mir nicht“, erklärt sie ihre Vorliebe. Bereits in der Schulzeit strickte sie das erste Mal, fand aber keinen richtigen Gefallen daran. Das Stricken hatte für sie einfach ein zu ökomäßiges Image und schöne bunte Wolle wie heute gab es damals auch nicht. Den Antrieb für ihren ersten Pulli bekam sie durch eine Freundin, die einen selbst gestrickten trug, der ihr sehr gut gefiel. „Ich dachte mir, das kannst du auch“, erinnert sich Franziska und legte los. Der Pullover sei super geworden und von da an ließ sie das Stricken nicht mehr los.
Franziska fertigt ihre Pullis ausschließlich für sich selbst und ihre Tochter. Nur einmal habe sie einen Musterpulli gestrickt, bei dem sie am Ende die Wolle kratzte und den sie dann über die Online-Plattform Vinted verkaufte. Sie könne sich von ihren Pullis sonst nicht trennen. „Sie sind wie meine Babys“, sagt sie.
Ein Verkauf sei auch deshalb undenkbar, da der Preis einfach zu hoch wäre. „Ich stricke nur mit reiner Wolle“, so Franziska. Einer ihrer Pullis habe daher – je nach Qualität der Wolle – einen Materialwert von 150 bis 180 Euro. Dazu komme dann noch die Arbeitszeit von 40 bis 60 Stunden, was einen Verkaufspreis 400 bis 500 Euro bedeuten würde. Natürlich könnte man auch mit Synthetik stricken mit der Hälfte der Kosten, ergänzt sie, was für sie nicht in Frage kommt, da man das Material beim Stricken die ganze Zeit in den Händen hat und sich reine Wolle viel besser anfühle als ein Gemisch oder eine Kunstfaser.
Ihre Pullis stellt Franziska nicht nur für die kältere Jahreshälfte her und zeigt auf einen besonders aufwändig gestrickten Sommerpullunder aus zehn verschiedenen Farben, der durchscheinend ist. Außerdem bietet Wolle den Vorteil, dass sie atme und sich den Temperaturen anpasse.
Woher sie sich ihre Inspirationen holt? Sie sei über Instagram auf ein paar Strickdesignerinnen gestoßen, denen sie folgt. Und manchmal bekommt sie auch in Läden Anregungen: Als sie bspw. einen Synthetikpullover in einem Laden entdeckte, der ihr gut gefiel, fotografierte sie diesen kurzerhand ab, fertigte sich zu Hause darauf basierend eine Vorlage und strickte den Pulli mit echter Wolle nach. Die meisten ihrer Pullis stricke sie aber ohne Vorlage.
Auf der Creativeworld ist Franziska für die Sonderschauen zuständig und holt sich hier für ihr Hobby Inspirationen bei Farben und Mustern. Woll-Aussteller gibt es dort auch mit De Bondt oder Gründl. Eine Übersicht aller Aussteller im Bereich Handarbeiten & Textiles Gestalten gibt es hier.
Infokasten:
Zum Thema Handarbeiten und Textiles Gestalten können sich Interessierte auf der Creativeworld vom 6. bis 9. Februar 2026 im gleichnamigen Produktbereich in Halle 1 informieren. Grafik- & Künstlerbedarf, Hobby & Basteln sowie Graffiti & Street Art heißen die weiteren Bereiche der internationalen Fachmesse für die Hobby-, Bastel- und Künstlerbedarfsbranche, die außerdem ein abwechslungsreichen Eventprogramm bietet.