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Im Interview: Vier Fragen an Eva Klinger, Leiterin Sales Guest Events

Eva Klinger ist seit September 2020 die neue Leiterin Sales Guest Events. Erfahren Sie hier mehr über sie und die aktuelle Situation im Gastveranstaltungsgeschäft bei der Messe Frankfurt.

Eva Klinger

Seit wann sind Sie „Messe Frankfurt Mensch“?

Eva Klinger: Ich bin bereits seit 2006 bei der Messe Frankfurt tätig, zunächst im Bereich Venue Services und zuletzt als Projektleiterin Business Process Management. In dieser Funktion war ich insbesondere für die Optimierung von Unternehmensprozessen zuständig und arbeitete intensiv mit an der Neuausrichtung des Vertriebs Guest Events. Ich kenne also die Messe Frankfurt und den Standort bereits sehr lange aus unterschiedlichen Perspektiven und freue mich sehr auf diese neue spannende Aufgabe.

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie wahrscheinlich kein einfacher Einstieg für Sie?

Eva Klinger: Das ist sicherlich richtig. Persönliche Begegnungen mit Veranstaltern und Branchenvertretern finden zurzeit sehr viel eingeschränkter bzw. eben digitaler statt als in „normalen“ Zeiten. Ein großer Teil der Veranstaltungen ist in diesem Jahr in den überwiegend virtuellen Raum gewandert. Einerseits eine spannende Erfahrung für alle, sich dabei mit der Branche und ihren Menschen vertraut zu machen, andererseits zugegebenermaßen eine Herausforderung. Das Wichtigste ist und bleibt, miteinander im Austausch zu sein. Und das funktioniert auch in diesen Zeiten. Wir sprechen mit vielen Kunden: über die aktuelle Situation, die Durchführbarkeit von Veranstaltungen unter den neuen Schutz- und Hygienebedingungen, aber natürlich auch schon wieder intensiv über die Veranstaltungszeit nach Corona, die wir uns alle so schnell wie möglich wieder wünschen. Hier wird schon heute viel gedacht und geplant für die kommenden Jahre. Die persönliche Begegnung ist eben einfach konkurrenzlos.

Wie sieht das Gastveranstaltungsgeschäft aktuell bei der Messe Frankfurt aus?

Eva Klinger: Wir haben uns sehr schnell auf die neuen Herausforderungen eingestellt. Dazu zählt vor allem ein ausgefeiltes Schutz- und Hygienekonzept, das Kunden wie Behörden überzeugt hat: Angefangen vom professionellen Crowdmanagement, über die entsprechende Aufplanung, bis hin zum ständigen Frischluftaustausch oder einem angepassten Gastronomieangebot, haben wir dabei an alles gedacht. Deshalb konnten in den letzten Monaten auch wieder Veranstaltungen bei uns erfolgreich stattfinden. Darüber sind wir sehr froh und auch stolz.

Im neu gestalteten Congress Center fand zum Beispiel im September der hybride Handelsblatt Bankengipfel mit 150 Teilnehmern vor Ort statt und die Stuzubi Schülermesse begrüßte rund 1.300 Teilnehmer in mehreren Slots.

Die Festhalle wurde im Rahmen der Frankfurter Buchmesse zur Live-Streaming-Kulisse für die ARD-Buchmessebühne und im Kap Europa war der Think Digital Summit von IBM mit mehreren Studios und einem Popup-Stand zu Gast.

Es waren vor allem digitale und hybride Veranstaltungsformate, mit einem regionalen bzw. nationalen Besucherkreis, die im 2. Halbjahr erfolgreich stattfinden konnten. Im Oktober öffnete die Kunstmesse Discovery Art Fair in der Halle 1 ihre Tore für kunstinteressierte Endverbraucher. Mit einem großzügigen Hallenkonzept und damit mehr Raum für Einbahnstraßenlösungen inklusive der so wichtigen Abstandsregeln zeigte sich der Veranstalter sehr zufrieden. Der Teil-Lockdown seit Anfang November  ist für das Veranstaltungsgeschäft natürlich wieder ein Dämpfer.

Ein Blick in die Zukunft aus Ihrer heutigen Sicht:

Eva Klinger: Wir haben im 2. Halbjahr 2020 schon bewiesen, dass Veranstaltungen auch unter Pandemiebedingungen sicher durchgeführt werden können und planen speziell ab dem Frühjahr 2021 wieder mit vielen Veranstaltungen in unseren Locations wie z.B. dem Ökumenischen Kirchentag oder der IMEX Frankfurt im Mai 2020 sowie der Frankfurt Fashion Week im Juli. Wir sind optimistisch für das Jahr 2021 und bieten Veranstaltern neben einem ausgereiften Hygienekonzept auch eine breite Servicepalette für hybride Veranstaltungsformate - von der passenden Technik für alle Räumlichkeiten bis hin zum fertig eingerichteten Webstudio.

Trotz allem Optimismus ist mir natürlich bewusst, dass wir 2021 nicht an das Auslastungsniveau unserer Locations der Vorjahre herankommen werden. 2021 ist für uns ein Brückenjahr, in dem wir uns sicherlich nach wie vor der volatilen Pandemiesituation anpassen müssen. Gleichzeitig ist es die Chance, kurzfristig und für die Zukunft viel Neues auszuprobieren – für uns, mit unseren Kunden und Partnern.  

Das Interview wurde am 24. November 2020 geführt.