|
Die Gründung der Stadt Frankfurt am Main wird auf das Jahr 794 datiert. Stadtrechte waren mit Marktrechten verbunden. Aus lokalen Märkten entwickelte sich ein regionaler Jahrmarkt. In seiner im 12 Jh. verfaßten Schrift "Ewen ha Ézer" erwähnte der Mainzer Rabbi Eliezer ben Nathan bereits die Messe Frankfurt. Zu Maria Himmelfahrt im Jahr 1150 wird erstmals die Frankfurter Herbstmesse erwähnt. Vermutlich ist die Herbstmesse im 11. Jahrhundert als Erntemesse entstanden. Zu dieser Zeit begann die Produktivität in der Landwirtschaft zu steigen, weshalb im größeren Maß Überschüsse erzielt werden konnten. "Ewen ha Ézer", der "Stein der Hilfe", enthält neben Erläuterungen zu schwierigen Talmudpassagen auch viele Rechtsgutachten. Hier kann man z.B. nachlesen, welche Bestimmungen Juden, die zur Messezeit in Frankfurt wohnten, beachten mußten. |
||
|
|
||
| "Wir, Friedrich von Gottes Gnaden erhabener Römischer Kaiser, König von Jerusalem und Sizilien, wollen durch dieses Schriftstück aller Welt bekannt machen, daß wir alle insgesamt und jeden Einzelnen, der zu den Messen nach Frankfurt Reisenden unter Unsern und des Reiches besonderen Schutz aufnehmen. Wir gebieten, daß niemand auf dem Hinweg zu diesen Messen oder auf dem Rückweg in irgendeiner Weise zu belästigen oder zu behindern wagen soll. Wer es dennoch wagen würde, soll wissen, daß er mit dem Zorn Unserer Majestät zu rechnen hat. Zur Einprägung dieses Befehls haben Wir diese Urkunde darüber herstellen und mit dem Siegel Unserer Majestät bekräftigen lassen." | ||
|
|
||
|
|
Kaiser Friedrich II hob die Messe Frankfurt am 11.07.1240 hochoffiziell mit Brief und Siegel aus der Taufe. Per kaiserlichem Privileg wurde die freie Reichsstadt Frankenfurth zur ersten Messestadt der Welt erklärt. Dieses Messeprivileg für Frankfurt wurde von dem weltoffenen Staufer während der Belagerung des italienischen Ascoli unterzeichnet. |
|
|
||
| Wein, Wolle und die Produkte des winterlichen Gewerbefleißes werden am besten um die Fastenzeit verkauft. Am 25. April 1330 erläßt Ludwig der Bayer deshalb das Privileg zu einer Frankfurter Frühjahrsmesse. Unter Ludwig dem Bayern und Karl IV erlebt die Messe Frankfurt zwischen 1330 und 1400 ihre erste Blütezeit. Es werden u.a. Lübecker Heringe, Pelze aus dem Baltikum, orientalische Gewürze, Spitzen und Tuch aus Flamen, chinesische Seide, Glaswaren aus Venedig, Juwelen, Bauholz, Tiroler Rosenkränze und Pferde gehandelt. | ||
|
|
||
|
Geld- und Kreditwirtschaft des Mittelalters haben sich innerhalb der Messe entwickelt. Damit wird der Grundstein für den Banken- und Börsenhandel gelegt. Auch die kulturelle Neuzeit betritt hier die Bühne der Öffentlichkeit: 1480 wird in Frankfurt die erste Buchmesse veranstaltet. Auf den Frankfurter Messen werden im 14. Jahrhundert neben Gebrauchs- und Luxuswaren auch zunehmend von Mönchen erstellte Manuskripte angeboten. |
|
|
|
|
|
|||
| Die Wechselwirtschaft auf der Messe entsteht Hand in Hand mit der Geldwirtschaft. Die Tatsache, dass Händler ihre Ware erst dann bezahlen können, wenn sie die ihrerseits verkauft haben, macht Kreditvereinbarungen in Form von gegenseitigen Wechseln notwendig. Insofern sind die Messen auch der Ort, an dem Wechselkurse festgelegt werden. | ||
|
|
||
| 1445 erfindet Gutenberg den Druck mit beweglichen Lettern. Der Handel mit gedruckten Büchern beginnt, und 1480 wird die Buchmesse eine eigene Veranstaltung. Um 1500 ist Frankfurt das Zentrum des deutschen und europäischen Buchdrucks. | ||
|
|
||
|
Die zweite Blütezeit der Messe ab dem 16. Jahrhundert ist durch wachsende Internationalisierung charakterisiert. Im 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts prosperierte die Messe Frankfurt dank Zuzug ausländischer Händler - vorwiegend der Glaubensflüchtlinge aus den Niederlanden. Die wichtigsten Handelsgüter waren Bücher, Seide und Juwelen. Hinzu kommt der florierende Geldhandel. Wie sehr die Messe Frankfurts Erscheinungsbild über Jahrhunderte hinweg geprägt hat, zeigen u.a. die Namen von Straßen und Plätzen: Roßmarkt, Kornmarkt, Buchgasse und Weckmarkt. Viele Häuser von Kaufleuten aus ganz Europa bereichern das Stadtbild. Während der Messen herrschte Reisefreiheit, Gewerbefreiheit und Schutz vor gerichtlichen Anklagen. Ein jeder durfte sich kleiden, bewaffnen, frei bewegen und betätigen, wie er wollte. |
||
|
|
||
|
|
Mit dem Dreißigjährigen Krieg kommt der Messehandel zum Erliegen. Schwere Epidemien behindern zudem Handel und Verkehr. Seit Ende des 17. Jahrhunderts geht der Buchhandel wegen der von Mainz ausgehenden Zensur immer weiter zurück und wandert nach Leipzig ab. |
|
|
||
| Im 18. und 19. Jahrhundert ist Frankfurt immer wieder Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und den deutschen Fürsten. Die Stadt wird besetzt und verliert ihren freien Status. Leipzig tritt nicht dem deutschen Zollverein bei und steigt als Messestadt auf, Frankfurt verliert als Messeplatz mehr und mehr an Bedeutung. | ||
|
|
||
| Die französische Besetzung dauert an, Handelssperren und neue Zollgrenzen bringen den Messehandel fast zum Erliegen. Mitte des Jahrhunderts steigt Frankfurt als Banken- und Börsenzentrum auf, und nach der Reichsgründung im Jahre 1871 steht die Stadt unter preußischer Herrschaft. Nun ziehen Ledermesse und Roßmarkt viele Besucher an. | ||
|
|
||
|
1907 wird die Messegesellschaft neu gegründet. Zwei Jahre später findet die Internationale Luftschiffahrt-Ausstellung statt. An 99 Tagen werden über 1,5 Millionen Besucher gezählt. Im gleichen Jahr öffnet die Festhalle ihre Tore - damals der größte freitragende Kuppelbau Europas aus Eisen und Glas, heute die "Grande Dame" im modernen architektonischen Ensemble des Messegeländes. |
|
|
|
|
|
|||
| 1919 wird die Frankfurter Messe wieder eröffnet. Die letzte Frühjahrsmesse findet 1928 statt. Die Weltwirtschaftskrise und die auf Leipzig ausgerichtete Messepolitik der Nationalsozialisten bringt den Frankfurter Messebetrieb praktisch zum Erliegen. Nach zwei Weltkriegen sind 95% des Messegeländes zerstört. Doch schon im Juli 1946 verkündet Oberbürgermeister Kolb: "Frankfurt soll wieder Messestadt werden". Am 3.10.1948 wird die Herbstmesse für ein internationales Fachpublikum eröffnet: Diese "erste DM-Messe" wird ein voller Erfolg: Auf 60.000 m² präsentieren sich 1.771 Aussteller aus dem In- und Ausland und erzielen einen Umsatz von über 600 Mio DM. | ||
|
|
||
| Auf dem Weg zum wirtschaftlichen Neubeginn verändert sich die Frankfurter Messelandschaft durch umfangreiche Baumaßnahmen: Die Wiederherstellung der Festhalle und der Bau der Messehallen 3, 5, 6, 7, und 8 machen Frankfurt zu einem großflächigen Messezentrum inmitten Europas. Nun kristallisieren sich auch die großen Spezialmessen heraus: 1959 wird die "Interstoff" zur ersten internationalen Fachmesse. 1990 feiert die Messe Frankfurt ihr 750-jähriges Jubiläum. Der Messeplatz Frankfurt präsentiert sich zu seinem Geburtstag größer, bedeutender und internationaler denn je. Heute steht das Unternehmen wieder am Anfang einer zukunftsweisenden Entwicklung. Mit neuen Messen in Asien, Nord- und Südamerika und Osteuropa werden die großen Frankfurter Messethemen Textil, Auto & Technik, Konsumgüter sowie Kommunikation und Freizeit global vermarktet. | ||
|
|
||
| Auch in Zukunft sollen Internationalität, Kompetenz und erstklassiger Service die wichtigsten Qualitätsmerkmale der Frankfurter Messeveranstaltungen bleiben. Deshalb plant das Unternehmen einen vielschichtigen Investitionsschub: Die Erweiterung des Messegeländes durch ebenerdige Ausstellungsflächen, Verbesserung der Infrastruktur, die Erschließung neuer Geschäftsfelder und Ausbau der Auslandsaktivitäten. Hinzu kommt die Erhöhung der Service-Qualität durch Optimierung der Leistungen. | ||
|
|
||
| Weitere Informationen: | ||
|
|
||
|
|
||
|
|
||
|
|
||
|
[Impressum][Datenschutz][EKB] © 2008 Messe Frankfurt GmbH |



